08.11.2008

Kulturpreis 2008 geht an Helmut Jahn und Gerd Zellmann


Main-Kinzig-Kreis/Bad Orb. Die Kulturpreis-Jury unter Teilnahme von Landrat Erich Pipa und dem Jury-Vorsitzenden Aloys Lenz hat die Entscheidung zu Vergabe der Auszeichnungen getroffen. Der Kulturpreis 2008 geht an den Maler Helmut Jahn aus Bad Orb und den Chorleiter Gerd Zellmann aus Linsengericht. Den Förderpreis erhält Katharina Hartwell, hoffnungsvolles literarisches Talent aus Hanau.


Der Maler Helmut Jahn wird für sein künstlerisches Lebenswerk geehrt. In den vergangenen Jahren ist er durch eine Reihe außergewöhnlicher Ausstellungen im Main-Kinzig-Kreis und weit darüber hinaus bekannt geworden. Seine großformatigen abstrakt-expressionistischen Bilder wirken wie musikalische, in Farbe umgesetzte Kompositionen. "Die Werke sparen nichts aus: weder das pralle Leben noch den Tod, sind Freude und Schmerz, hoffnungslos und reich beglückend zugleich, erdrückend und schwerelos", erläutert die Jury.


Der Künstler bezeichnet sich selbst als "besessenen Arbeiter". Ein Blick auf sein Lebenswerk bestätigt diese Beschreibung: Arbeit in Werbeagenturen, Zeitungen, Verlagen. Freischaffend und engagiert in künstlerischen Gemeinschaften, schreibend und lehrend. Sein Monumentalwerk "Augengarten" (7 mal 32 Meter) wurde anlässlich der Landesgartenschau in Hanau gezeigt und später im Frankfurter Hauptbahnhof.


Musikdirektor Gerd Zellmann wird für seinen unermüdlichen Einsatz für den Chorgesang und das hohe, einzigartige künstlerische Niveau seiner Arbeit in diesem Bereich geehrt. "Er versteht es, wie kein zweiter, Menschen aller Altersgruppen für den Gesang zu motivieren und zu Höchstleistungen zu bringen", begründet die Jury ihre Entscheidung. So hat er mit "belcanto Linsengericht" im September diesen Jahres am internationalen Chorwettbewerb "Europe and its songs" in Barcelona teilgenommen und dabei den Gesamtsieg des Festivals errungen. Mit dieser Leistung gehört der Chor unter der Leitung von Gerd Zellmann deutschlandweit zu den Top-Chören.


Bereits 1986 wurde "belcanto" unter seiner Leitung mit dem Kultur-Förderpreis ausgezeichnet. 22 Jahre später erhält Gerd Zellmann für seine künstlerische Arbeit nun auch den Kulturpreis des Main-Kinzig-Kreises.


Der Förderpreis geht in diesem Jahr Katharina Hartwell aus Hanau. Sie lebt seit 20 Jahren in Hanau und studiert seit fünf Jahren Anglistik und Amerikanistik. Sie ist Veranstaltungsbegleitende Tutorin für Literaturwissenschaft, Literaturtheorie und englische Kultur-, Ideen- und Sozialgeschichte an der Johann Wolfgang Goethe Universität, Frankfurt. Ihr Haupttätigkeitsfeld ist im schriftstellerischen Bereich. In der Vergangenheit hatte sie eine mehrjährige Förderung durch das Hessische Ministerium für Wissenschaft und Kunst im Rahmen des Förderwettbewerbs "Junges Literaturforum Hessen-Thüringen" in Anspruch genommen. Dies ermöglichte ihr die Teilnahme an Autorenwerkstätten unter Leitung etablierter Autoren, Lesungen und Veröffentlichungen. 2007 qualifizierte sie sich für eine Autorenwerkstatt des Literaturhauses Frankfurt. Die 24-jährige Katharina Hartwell gilt als ein hoffnungsvolles literarisches Talent, schreibt die Kulturpreis-Jury.


Der Kulturpreis wurde in diesem Jahr von den Sparkassen des Main-Kinzig-Kreises auf insgesamt 10.000 Euro aufgestockt. Er geht mit je 4.000 Euro an die Preisträger Helmut Jahn und Gerd Zellmann und mit 2.000 Euro an die Förderpreisträgerin Katharina Hartwell. Die öffentliche Verleihung findet statt am Dienstag, 25. November, 19 Uhr, Saal Barbarossa im Main-Kinzig-Forum in Gelnhausen.


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